Die Republik Türkei, die im Jahre 1923 gegründet wurde, hat ihre Wurzeln in zwei historischen Ursprüngen weit in den Tiefen der Vergangenheit.
Ein dieser von der modernen Türkei geerbten Ressourcen ist die erfolgreiche und glänzende Geschichte der Türken über einen Zeitraum von mehr als 4.000 Jahren.
Die andere ist die Tatsache, dass Türken seit dem 11. Jahrhundert in Anatolien wohnhaft sind.
  Mit Anatolien verbindet den Besucher wohl zunächst die Vorstellung von
einer fast baumlosen,weiten und eher abweisenden Landschaft als Vorgeschmack der Unendlichkeit Asiens.Wenn diese Vorstellung auch zum Teil zutrifft, so bietet das Reisegebiet doch eine erstaunliche landschaftliche Vielfalt,die den Reisenden beeindrucken wird.
  Neben den Zeugnissen alter Kulturen und lebendiger Geschäftigkeit findet man immer wieder die Wärme und Herzlichkeit der Türken ,deren Gastfreundlichkeit sprichwörtlich ist.Wer dieses Land durchstreift,wird immer und überall eingeladen-zu einem Tee,zu einem Besuch ins Haus oder zu einem Gespräch,das zuweilen nur auf Austausch von herzlichen Gesten beschränkt ist.
  3% des Landes liegt auf dem Europaischen Kontinent und 97% in Kleinasien.Es hat seit altersher eine Brückenfunktion gehabt,zwischen Orient und Okzident.
  Auf alten,ausgetretenen Pfaden, die bereits in der Bibel beschrieben sind,eröffnet sich dem Besucher ein Land, dass über Jahrtausende von seiner Rolle als Bindeglied zwischen Orient und Okzident geprägt wurde,das einen Ehrenplatz verdient hätte im Kuriositätenkabinett Europas.
  Die Benennung des Landes und seiner Regionen mag bisweilen verwirrend sein.Der Name”Türkei”der im allgemeinen Sprachgebrauch auch fälschlicherweise für das Osmanische Reich wird,steht für das heutige Staatsgebiet,die Republik Türkei.Die Bezeichnung “Kleinasien” ist historisch immer nur für die Halbinsel zwischen Schwarzem Meer,Mittelmeer und Äges verwendet worden.Der Begriff entstand in derAntike und geht auf den vorgriechischen Namen Asia zurück,der zunächst nur die Ostgestade der Äges umfaste.Er wurde in der römischen Zeit (Provincia asia=Westanatolien)auf die ganze Halbinsel ausgeweitet,die den Namen Asia minor,Kleinasien,erhielt.Auf ähnlicher Weise wanderte auch der Begriff “Anatolien”von Westen nach Osten.Der ursprüngliche Begriff Anatolikon”Land
des(Sonnen)aufgangs”bezeichnete das östliche Nachbarland der Griechen.

  Die Türken und der Islam
  Kontakte zwischen Türken und Moslems begannen zu Anfang des 8. Jahrhunderts und einige Türken fingen an, den Islam zu bevorzugen. Jedoch beschränkte die pro-arabische Politik der Omayaden (661-750 n.Chr.) diese Beziehungen ein wenig. Später nahmen viele moslemische Türken Ämter in der Abbside-Regierung an und deswegen verbreitete sich großes Interesse an der islamischen Welt unter den Türken jenseits des Flusses Ceyhun.   Handelskarawanen spielten auch eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Islams in die Steppen Zentralasiens. Die Türken wurden mit dem 10. Jahrhundert ganz islamisiert. Daraus folgte das Erlangen einer politischen Einheit.

  Die Ottomanen
  Das ottomanische Fürstentum wurde von einem turkomanischen Stamm, der an der türkisch-byzantinischen Grenze lebte, gegründet. Die geographische Lage des Fürstentums zusammen mit dem schwachen Staat der Byzantiner machte das ottomanische Fürstentum zum stärksten Staat in der islamischen Welt im 14. Jahrhundert.
  Nachdem Fatih Sultan Mehmet II. die byzantinische Hauptstadt erobert hatte, wurde der ottomanische Staat der stärkste seiner Zeit. Die tolerante Haltung Fatih Sultan Mehmet II. gegenüber anderen Religionen und deren Anhängern wurde zu einer von seinen Nachfolgern akzeptierten Tradition. Als Folge der Eroberung Istanbuls wurde die orthodoxe Kirche von ihrer Gehorsamspflicht gegenüber der katholischen Kirche befreit und bekam die Unabhängigkeit zugestanden. Das Ottomanische Reich eignete sich bis Mitte des 17. Jahrhunderts weiter Territorium an. Im Jahre 1683 erlitt es seine erste große Niederlage bei der Belagerung Wiens.
  Der Ottomanische Staat ging zusammen mit seinen Alliierten als Verlierer aus dem Krieg hervor und wurde am 30. Oktober 1918 gezwungen, den Mudrow-Waffenstillstand zu unterzeichnen. Unter den Bedingungen des Waffenstillstands war auch eine Verfügung, die besagte, dass die Besatzungsmächte jene Gegenden besetzen könnten, die als strategisch bedeutend erachtet wurden; gemäß diesen Bedingungen begannen die Mächte, Anatolien am 1. November 1918 zu besetzen.
  Die Widerstandsbewegung war, bis Mustafa Kemal bei Samsun landete, sporadisch und unorganisiert. Unter seiner Führung wurde der Widerstand geschlossen, wurde zu einer organisierten Armee, und die Bewegung wurde auf der ganzen Linie zu einem Unabhängigkeitskrieg.